„Platero und ich“ gilt als eine der berühmtesten Prosadichtungen
der spanischen Literatur des 20.Jahrhunderts.
Eine „andalusische Elegie“ nannte Juan Ramon Jimenez seine
Prosadichtung „Platero und ich“. Der Ich-Erzähler und
sein kleiner Esel durchstreifen vom Frühjahr bis zum Winter Moguer
und die Umgebung des andalusischen Ortes, wo es so einsam ist, „daß
es scheint, als wäre immer jemand da.“ „Wir verstehen
uns gut. Ich lasse ihn gehen, wie es ihm einfällt, und er trägt
mich immer, wohin ich will....Er ist mir so ähnlich, so verschieden
von den anderen, dass ich dazu gekommen bin zu glauben, er hat dieselben
Träume wie ich.“
„November“ ist ein Jugendwerk Flauberts. Die Liebe des Ich-Erzählers
zur unerreichbaren Frau ergießt sich in einer Sprache, die alles,
Naturerlebnisse und überschwengliche Liebe, in einem breiten Strom
vereint.
Wie auch in seinen Gedichten hat in „Platero und ich“
die programmatische „nackte Poesie“ der Sprache von Jimenez
bis heute nichts an Schönheit verloren. Einen wirklichen Hörgewinn
bieten aber auch die Gitarrenvertonungen einzelner Prosagedichte durch
den italienisch-amerikanischen Komponisten Mario Castelnuovo-Tedesco
aus dem Jahre 1960. Die doppelte Transposition in gesprochenes Wort
und Musik macht Jimenez’ Prosa zu einem geradezu synästhetischen
Erlebnis.
FAZ